Zürich - Widder Hotel

Anschrift:
Widder Hotel
Rennweg 7
8001, Zürich
Tel: +41 044 224 25 26

Einfühlsam, aber architektonisch innovativ sind die 42 Gästezimmer und 7 Suiten, die Bankett- und Gesellschaftsräume in die alten Häuser integriert.

Das Widder Hotel bietet dem Gast alles, was er von einem Fünf-Sterne-Haus erwartet. Eleganz, Ruhe und Komfort mitten im Zentrum der Stadt und unweit des Zürichsees und Limmat.

Faszinierend ist zunächst die Geschichte der Gebäude: Abkömmlinge von Adligen, Zunftmeister, wohlhabende Handwerker, Kaufleute haben sie gebaut, gekauft, benutzt, verändert und geschmückt. Ihr Leben spielte sich in gemütlichen Stuben und zweckmäßigen Kontoren ebenso wie in prunkvollen Sälen ab. Die spätmittelalterliche Raumausstattung der Häuser mit ihren reichen Malereien und Stukkaturen sind Ausdruck einer Besitzerschicht, die durch Gewerbe und Handel zu Wohlstand kam. Der Rennweg, an dem sich heute der Haupteingang des Widder Hotels befindet, war vom 17. bis zum 19. Jahrhundert die repräsentative Handelsgasse in Zürich.

Reliquien aus der Römerzeit
Die Häuser waren als einzelne immer wertvoll, doch bis in die Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrtausends hinein waren sie vor allen Dingen renovierungsbedürftig. Um sie zu retten, musste die alte Bausubstanz nicht nur erforscht, sondern auch eine komplizierte Bautechnik eingesetzt werden, um sie zu festigen und zu ergänzen. Mehr als zehn Jahre der Verhandlungen, Planungen und Baumaßnahmen gingen der festlichen Eröffnung des Widder Hotels als kleinem privat geführtem Luxushotel im Jahr 1995 voraus. Denkmalschützer, Archäologen, Architekten und Designer - im Verlaufe der Jahre waren fast tausend Menschen an der Umgestaltung des historischen Gebäude-Ensembles beteiligt. Während ihrer 18-monatigen Ausgrabungen fanden die Altertumsforscher Reliquien aus der Römerzeit, darunter eine Feuerstelle und Koch- und Gebrauchskeramik.

Erlebbare Geschichte
Der Respekt vor dem Ambiente des Ortes und seiner Geschichte stellte die Architekten vor eine erhebliche Herausforderung. Es galt, eine hochmoderne Hotelorganisation in einem heterogenen Gefüge von acht – alle in ihrer Form und ihrem Volumen verschiedenen – historischen Häusern unterzubringen. Der Ausbau stand von Beginn an unter der Zielsetzung, die 700-jährige Geschichte der Häuser im neuen Hotel erlebbar zu machen. Das Vorgefundene, Sanierte und das Hinzugefügte, Neugeschaffene – beide Komponenten stehen einander heute in einer harmonischen Komposition gleichwertig gegenüber. Alles Alte im Widder Hotel ist echt, alles Neue technisch nötig und aus künstlerischer Sicht durchdacht.

Unverwechselbar auch im Inneren
Den Schlüssel zur Lösung, aus acht Häusern einen einzigen Hotelkomplex entstehen zu lassen, fanden die Architekten in der einzigartigen inneren Wegführung. Für die horizontalen Verbindungen von Haus zu Haus wurden türgroße Durchgänge durch die dicken Brandmauern gebrochen, die auch heute noch die alten Grenzen der Häuser erkennen lassen. In den ehemaligen Lichthof wurden freihängende Passerelen gespannt, die ihn zum Verbindungspunkt zwischen vier Häusern machten. Als Knotenpunkt zwischen den Hauskomplexen Rennweg und Augustinergasse fungiert das Steinhaus im Hof. Um diese rare Reliquie mittelalterlichen Bauens erhalten zu können, wurde das Steinhaus auf vier Stelzen gestellt, die durch den Quartiersaal, die Großküche, die Lager und Technikzentralen bis zu achtzehn Meter tief unter den Erdboden führen. In dem nachträglich aufgestockten Obergeschoss des Steinhauses befindet sich heute der lichtdurchflutete Frühstücksraum mit seinem Glasdach und Blick auf die umliegenden Hoffassaden - der wohl älteste noch erhalte Raum der gesamten Zürcher Altstadt. Das Erdgeschoss beherbergt die Hausbibliothek.

Chrom und Bollensteine
Mit einer gezielten Maßnahme wurde der rückliegende Teil des Hauses Rennweg 3 entkernt. In dem turmartigen Hohlraum errichtete man Fahrstühle und Treppen, die von der alten Raumhülle völlig losgelöst sind. Durch die betonte Eigenständigkeit der in Chromstahl und Glas umgesetzten Einbauten wird die unregelmäßige Geometrie der sie umgebenden alten Bollensteinmauern umso reizvoller hervorgehoben. Die neue Konstruktion lässt die Schichtung der Entstehungsphasen des Hauses in einem spannenden archäologischen Spaziergang erlebbar werden.

Acht Häuser, acht Hölzer, acht Steine
Die Unverwechselbarkeit jedes Hauses wird im Innern durch eine subtile Orientierungshilfe unterstrichen: So setzt sich die Fassadenfarbe jedes Hauses auf den inneren Wegen fort. In der Innenausstattung wurde zudem jedem Gebäude ein eigenes Holz und ein eigener Stein zugeordnet.

Die Gebäude
„Widder“ (Rennweg 1): Für 100 Gulden gelangte das Haus im Jahr 1401 in den Besitz der Metzger. Im 1533 von Grund auf neu gebauten Zunfthaus wurde 1678 der Saal im dritten Obergeschoss erneuert. Die Grisaille-Malereien an den Wänden des ehemaligen Zunftsaals kann man noch heute im Gästezimmer 308 bewundern.


„Tatzfuss“ (Rennweg 3): Das stattliche Steinhaus wurde vom 14. bis 16. Jahrhundert von Zunftmeistern der Wollweber, der Zimmerleute und der Schneider bewohnt.


„Pfeife“ (Rennweg 5): Der rückwärtige Kernbau mit hölzernen Obergeschossen gehörte im 12. und 13. Jahrhundert einem Weinhändler.
„Erzberg“ (Rennweg 7): Das Haus zum Erzberg erhielt seinen Namen von der Metzgerfamilie Erzli, die es im 16. Jahrhundert bewohnte. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts baute der Kürschner H.H. Berger dieses große, viergeschossige Steinhaus zu einem modernen Wohn- und Geschäftsgebäude mit Kontor um.


„Kleiner Widder“ (Widdergasse 4): Das kleinste Haus im Ensemble klemmte sich im 14. Jahrhundert zwischen den Rennweg 1 und die Widdergasse 6.


„Haus zum Bauknecht“ (Widdergasse 6): Der um 1300 datierte Kernbau mit seiner erhaltenen Deckenkonstruktion mit Stud, Sattelholz und Unterzug in zwei Geschossen ist ein sehr rarer Zeuge mittelalterlichen Bauens. Von der Mitte des 14. bis ins 17. Jahrhundert sind mit den Zunftmeistern zum Widder und der Kämbelzunft einflussreiche und wohlhabende Besitzer bekannt. Im 17. Jahrhundert verleihen zwei reiche Kaufleute dem Haus barockes Gepräge.


„Steinhaus“ (Augustinergasse 24): Im 14. Jahrhundert für kurze Zeit in Kirchenbesitz und als „Ebtischinhus“ bezeichnet, gehörte es später Weggen-Zunftmeistern und reichen Kaufleuten.


„Wassermühle“ (Augustinergasse 28): Die reichen Malereien des 16./18. Jahrhunderts mit den dazugehörig gefassten Decken sind Ausdruck gutbürgerlichen Wohnens. Dem Steinsockel des Kernbaus wurde im 17. Jahrhundert ein ausstuckierter Gartenpavillon aufgesetzt.

Weitere Einträge

bitte links die Navigation benutzen