Meliá erzielt 2014 Gewinn von 32 Mio. Euro und schließt Millionendeal mit Starwood Capital

02.03.2015 [07:39] : Nettoverschuldung konnte auf weniger als eine Milliarde Euro gesenkt werden. Vereinbarung zwischen MHI und Starwood Capital über den Verkauf von sieben spanischen Resorthotels für 176 Millionen Euro.

Palma de Mallorca - Die spanische Kette Meliá Hotels International (MHI) hat heute ihr Ergebnis für das Geschäftsjahr 2014 präsentiert. Gabriel Escarrer,
Vice-Chairman und CEO kommentiert die sehr erfreulichen Zahlen: "Das Erreichen unserer internationalen Expansionsziele, die Verbesserung unseres Bilanzergebnisses sowie das Wachstum bei Umsatz und RevPar, das in allen Märkten höher als erwartet ausfällt, erlauben uns den erfolgreichen Abschluss unseres derzeitigen Strategieplans. Das für 2015 erwartete Wachstum wird sich in unserer Strategieplanung für die kommenden Jahre spiegeln."

MHI erzielte 2014 einen Gewinn von 31,9 Mio. Euro. Der RevPar (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) verzeichnet seit 2010 einen kontinuierlichen Anstieg und liegt über dem Marktdurchschnitt. Erstmals seit Beginn der Wirtschaftskrise erzielte MHI in allen Regionen ein RevPar Plus um insgesamt 8,7 Prozent. Ohne die Wechselkursanpassungen des venezolanischen Bolivars läge er sogar bei 12,5 Prozent. Beim Umsatz legte MHI gegenüber dem Vorjahr (1,369) um sieben Prozent auf 1,464 Milliarden Euro zu. Das Ebitda verringerte sich auf 228,3 Mio. Euro (i.Vj. 240,7), was daraus resultiert, dass der Verkauf von sieben Hotels an Starwood Capital nicht wie geplant Ende 2014, sondern erst im Februar 2015 erfolgt. Sonst wäre das Ebitda um 12 Prozent gestiegen.

Zurückzuführen sind die guten Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2014 zu einem Großteil auf die positive Entwicklung des Hotelgeschäfts. Hier griffen eine klare Fokussierung auf Ertragsmanagement und die kontinuierliche Optimierung der Produkte sowie der Ausbau der Markenpositionierung. Wie beispielsweise bei "ME by Meliá", wo die Durchschnittspreise um 20 Prozent erhöht werden konnten, aber auch bei der klassischen Resortmarke Sol Hotels, die gerade einen umfassenden Renovierungs- und Neupositionierungsprozess durchläuft und den durchschnittlichen Zimmerpreis bereits um zehn Prozent anheben konnte.

Beim Finanzergebnis verzeichnete Meliá dank Einsparungen bei den durchschnittlichen Finanzierungskosten, die auf 4,8 Prozent fielen, sowie geringerer Ausgaben und eines höheren Umsatzes einen Anstieg um 123,7 Mio. Euro. Möglich war dies unter anderem durch die Partnerschaft mit Equity Properties SL für 17 von Meliá betriebene Hotels, die nun unter operativem Leasing statt Finanzierungsleasing geführt werden, und die Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro.

Die Bruttoverschuldung der spanischen Hotelkette konnte im Vergleich zum Vorjahr um 301 Mio. Euro und die Nettoverschuldung um 198 Mio. Euro reduziert werden. Gründe dafür sind in erster Linie die positive Entwicklung des Hotelgeschäfts, der Verkauf von Hotelimmobilien, die verbesserte wirtschaftliche Situation bei Partnerunternehmen und die Umwandlung von Wandelanleihen im Wert von 170,5 Mio. Euro. Meliás Nettoverschuldung liegt jetzt unter einer Milliarde Euro und soll weiter verringert werden. Was dank eines gestiegenen Cashflows infolge einer positiven Geschäftsentwicklung, der Senkung der Zinsbelastung und der Reduktion der Bruttoverschuldung möglich sein sollte. Hinzu kommt der Verkauf von Immobilien, wie durch das Joint Venture mit Starwood Capital, mit dem Meliá seine Asset-Light-Strategie weiter vorantreibt, die sich auf das Management von Hotels und weniger auf den Besitz von Immobilien konzentriert.

Joint Venture mit Starwood Capital Group als Wachstumsmotor
Meliá hat mit der Starwood Capital Group, einer weltweit führenden Investmentgesellschaft mit Spezialisierung auf Hotel- und Immobilieninvestments, am 26. Februar 2015 eine verbindliche Vereinbarung getroffen, der die EU-Kartellbehörde und die für die Finanzierung zuständige Bank noch zustimmen müssen. Im Zuge eines 80/20 Joint Ventures übernimmt Starwood die Mehrheit an sieben großen Ferienhotels (insgesamt 2.933 Zimmer) aus dem Besitz von MHI. Die
Häuser liegen in den beliebten spanischen Resortdestinationen Mallorca, Ibiza, Malaga, Lanzarote und Fuerteventura. Die Hotels werden für 176 Millionen Euro von einer Tochtergesellschaft der Starwood Capital Group erworben, an der MHI einen Minderheitenanteil von 20 Prozent hält. Meliá wird die unter der Marke Sol angesiedelten Häuser jedoch weiter managen.

Die vor 60 Jahren gegründete und rund 70 Häuser umfassende Marke "Sol Hotels & Resorts" durchläuft derzeit einen aufwändigen Prozess der kompletten Neupositionierung und soll künftig wieder stärker expandieren. Ziel ist es, das traditionelle "Sonne-und-Strand-Erlebnis" in vier Untermarken aufzusplitten und
optimaler an die veränderten Bedürfnisse heutiger Urlauber anzupassen.

Das Joint Venture soll in den kommenden zwei Jahren etwa 30 Mio. Euro in die vollständige Renovierung der sieben Hotels investieren und damit gleichzeitig den Marken-Relaunch unterstützen. Die Vereinbarung betrifft das Sol Príncipe in Malaga, das Sol Lanzarote, das Sol Ibiza (wird umbenannt in Sol Beach House Ibiza), das Sol Pinet Playa auf Ibiza (wird umbenannt in Sol House Pinet Ibiza), den Komplex Sol Mirlos/Sol Tordos (Umbenennung in Sol Palmanova) in Magaluf, Mallorca, sowie das Meliá Gorriones auf Fuerteventura, des¬sen Anbau zum Sol Beach House Fuerteventura umgebrandet wird.

Die neue Partnerschaft bietet einzigartige Möglichkeiten für Wachstum und die Ausweitung der neuen Konzepte auf verschiedene Standorte und Märkte. So ist geplant, in das neue Gemeinschaftsunternehmen weitere Hotels von Meliá oder von anderen Hotelbetreibern zu übernehmen. Die Vereinbarung mit einem so
bedeutenden internationalen Investmentfonds wie Starwood Capital ermöglicht MHI die Fortsetzung seiner Asset-Light-Strategie und durch die Verbesserung seiner Produkte auch eine bedeutende Wertsteigerung sowie ein Wachstum des Unternehmens. Außerdem lassen sich durch derartige Joint Ventures auch bereits vollständig entwickelte Destinationen nachhaltig aufwerten, indem Anreize für internationale Investoren geschaffen werden, die solche Standorte sonst nicht für Investitionen in Betracht ziehen würden. Meliá schätzt den Wert der in geteiltem Besitz befindlichen Immobilien nach Umsetzung der Investitionen auf etwa 800 Mio. Euro.

Der Vertrag mit Starwood Capital soll keine Eintagsfliege bleiben, sondern ist vielmehr Teil einer neuen Strategie für Meliás Mittelklasse-Hotels sowohl in Spanien, wo das Resortsegment 2014 alle Rekorde brach, als auch in anderen Destinationen weltweit, wo Meliá weiterhin expandiert und seine Marktposition festigt und ausbaut. Gabriel Escarrer erläutert: "Meliás Strategie sieht vor, unsere führende Stellung im Hotelmanagement weiter auszubauen und
gleichzeitig das für unsere Marken geplante weltweite strategische Wachstum voranzutreiben. Das Ziel ist die Stärkung eines Geschäfts, das zunehmend robuster, profitabler und nachhaltiger wird, unterstützt durch gezielte Joint-Venture-Partnerschaften wie die Vereinbarung mit Starwood Capital."

Foto: Carstino Delmonte

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